Science Fiction Filme)  Sehr geehrter Herr Richardson. Es ist mir eine große Ehre, dass sie dieses Interview mit mir führen. Ich bin mir sehr sicher, dass viele der Leser Ihre Filme kennen. Sie sind ein Urgestein der „explosiven“ Spezialeffekte und auch heute noch aktiv. Sie waren an unzähligen tollen Filmen beteiligt, wie ALIENS (1986), STARSHIP TROOPERS (1997), TAUCHFAHRT DES SCHRECKENS (1978). Nicht zu vergessen ihre ganzen JAMES BOND – FILME und die HARRY POTTER- Reihe. Die Liebe zu den Spezialeffekten wurde Ihnen ja quasi in die Wiege gelegt. Ihr Vater, der große Cliff Richardson, arbeitete an Filmen wie DAS DRECKIGE DUTZEND (1967) oder AFRICAN QUEEN (1951) (um nur zwei zu nennen). Wie kamen Sie zum Film?

 

John Richardson) Ganz klar: durch meinen Vater. Ich ging zunächst zur Schule. Immer wieder besuchte ich meinen Vater am Set von verschiedenen Filmen. Und ich merkte: das ist es was ich auch machen will. Mein erster Film, an dem ich aktiv mitwirkte war EXODUS (1960). Es folgte LAWRENCE VON ARABIEN (1962) und mein erster Film bei dem ich auch direkt an den Locations beteiligt gewesen bin, war BEIM SIEBTEN MORGENGRAUEN (1964)  mit William Holden.

 

SFF) Sie gelten als Maestro des Feuers, als Gigant der Explosionen, ein Meister der Pyrotechnik. Nun ist die Arbeit mit Feuer ja nicht einfach und stellt auch eine große Herausforderung dar. Was fasziniert Sie eigentlich daran?

 

JR) Ich liebe die Herausforderung Dinge sicher in die Luft zu sprengen. Mit einem Minimum an explosiven Stoffen den größten Effekt zu erzielen ist meine Aufgabe. Die erfülle ich gerne.

 

SFF) Neben der JAMES BOND – Reihe oder HARRY POTTER waren Sie auch en den Filmen von Kevin Connor (CAPRONA II, 1977 und TAUCHFAHRT DES SCHRECKENS, 1978) beteiligt.  Diese Filme unterscheiden sich eindeutig vom Budget. Haben Sie eine Gewichtung bei der Auswahl der Filme an denen Sie arbeiten möchten?

 

JR) Ganz offensichtlich macht die Arbeit an „Big Budget“-Filmen wie JAMES BOND  Spaß und es ist großartig eine gewisse finanzielle Freiheit zu haben. Aber ich mag auch gering budgetierte Filme. Da muss man immer einfallsreich und innovativ sein.

 

SFF) Wie denken Sie über Ihre Arbeit bei den Spezialeffekten? Wird diese Arbeit allgemein in der Filmwelt genug beachtet?

 

JR) Das ist schwer zu sagen. Manchmal gibt es auch Regisseure die sind kollaborativer als andere. Allgemein kann ich aber sagen: Filme machen ist Kunst. Und die Spezialeffekte sind eine Form der Kunst in der Kunst des Filmemachens.

 

SFF) Wie ist Ihr Verhältnis zu CGI?

 

JR) CGI ist ein großartiges Werkzeug, wenn man es weise einsetzt. Aber wenn man diese Form der Spezialeffekte zu häufig benutzt wirkt es schlecht und viele Regisseure benutzen es als eine Stütze.

 

SFF) Haben Sie eigentlich ein Lieblingsgenre in dem Sie gerne arbeiten?

 

JR) Nein. Verschiedene Genres für verschiedene Menschen. Das macht den Film aus. Ich liebe es, dass meine Arbeit so variantenreich ist. Jeder Film ist anders und jeder Tag ist anders. Das macht alles doch so interessant.

 

SFF) Gab es mal einen Effekt, der für Sie enorm schwierig zu realisieren war?

 

JR) Jeder Effekt an dem man gerade arbeitet ist der Schwierigste. Die, die man bereits gemacht hat sind leicht nachdem man sie gemacht hat.

 

SFF) Herr Richardson. Ich bedanke mich bei Ihnen für Ihre Zeit und wünsche Ihnen alles erdenklich Gute.

 

JR) Vielen Dank. Tut mir leid, dass ich nicht so ausführlich antworten konnte. Nächstes Jahr im Oktober erscheint mein Buch und das werden all deine Fragen genauer beantwortet werden.