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Spannendes und intelligentes Stück Thrillerkunst

 

Natürlich bleiben Vergleiche nie aus bei solch einem Film. Und obwohl er natürlich mit Science Fiction Elementen handelt (obwohl im Prinzip keine einzige SF-Szene drin vorkommt, sondern Thrillerversatzstücke), so ist es doch eher ein Film aus den Bereich der Fantasie. Schließlich spielt er mit der Möglichkeit der Zeitreise und seiner Paradoxie. Fand ich schon immer stets interessant und verwirrend logisch. Zeitreisefilme pendeln im Film immer irgendwo zwischen Komödie ("Murmeltier", "Zurück in die Zukunft") und SF-Genre ("Terminator", "Zurück in die Zukunft II"). Selten kommt ein reiner Thriller dabei raus, wie z.B. der sehr unterschätze "12:01", den ich hier jedem ans Herz lege, der solche Thematiken mag. So ist für mich dieser Film weniger mit dem "Murmeltierfilm" verwandt. Der Vergleich hakt. Ich würde ihn eher als Kinoversion einer Thrillervariante der kongenialen Serie aus den 90ern "Zurück in die Vergangenheit" sehen. Zwar ist hier das Zeitfenster und das Spiel mit der Parallelwelt und der "Viel-Welten-Theorie" gekonnt ausgebaut auf Kinofilmlänge, aber im Grunde passiert hier genau das was auch in der Serie geschah: der Hauptcharakter wird durch ein Experiment in eine fremde Person "transformiert", sieht sich selber, aber das Spiegelbild den Anderen und er muss den Lauf der Geschichte ins Reine bringen.

 

Das ist exakt der Plott der Episoden aus der Serie. Nebenbei erwähnt denke ich das war vollkommende Absicht. Schließlich ist die Originalstimme des Vaters des von Jake Gyllenhaal gespielten Soldaten wer? Scott Bakula, Hauptdarsteller aus "Zurück in die Vergangenheit". Mehr Reminiszenz geht ja gar nicht. Aber kommen wir noch auf den Film zu sprechen.

 

Er lotet die Möglichkeiten die er hat gekonnt aus und weiß zu fesseln. Immer neue Varianten entstehen, immer werden Fährten gelegt und dann wieder zerstört. Schon der zweite "Sprung" zeigt die Bombe. Aber wenn man denkt das war es mit den Überraschungen wird positiv überrascht. Jetzt geht es erst richtig los. Duncan Jones spielt hier geschickt mit den Erwartungen des Zuschauers und täuscht die Erwartungen wie einst Hitchcock. Gut, weit hergeholt der Vergleich, aber Jones weiß, im Gegensatz zu seinem Erstling "Moon", hier zu überzeugen, dass er Suspense erzeugen kann. Zwar holpert die Story immer wenn Jeffrey Wright im Bild erscheint, aber das mystisch-fantastische der Geschichte gepaart mit Thrill lässt diesen inhaltlichen Rückschritt vergessen machen. Im Grunde geht es auch hier um tiefste menschliche Existenzfragen: Bin ich nur im Geiste Herr meiner Entwicklung und kann so frei entscheiden? Bin ich gelenkt und muss tun was ich tun muss? Ist das Leben eine Einbahnstraße oder kann ich dem Schlund der gradlinigen Entwicklung entgegenwirken? Ist die Welt, wie wir sie kennen, veränderbar und wenn ja, was kann ich als Individuum tun um sie zu verändern? 


Eine ganze Palette an philosophischen Fragen verpackt in einer spannenden Geschichte mit Löchern.