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Ich habe die Zukunft des SF-Films gesehen....

sein Name ist Neill Blomkamp. Neill Blomkamp drehte bisher drei Langfilme. Alle drei angesiedelt im SF-Genre. Alle drei auf ihre Art politisch-gesellschaftliche Dystopien. Alle drei  sehr gute SF-Filme. Blomkamps SF-Filme kann dasselbe werden wie die SF-Filme für Paul Verhoeven sind (natürlich unter anderen Blickwinkel): sein Genre. Selten haben mich die Filme von Blomkamp in ihren Einzelszenen enttäuscht. "District 9" „Chappie“ und eben "Elysium". Alle drei grandios inszenierte SF-Actioner. Und alle drei  endlich mal wieder mit einer unterschwelligen Aussage, die im SF-Genre selten in letzter Zeit zu sehen war.

 Blomkamp gibt der SF wieder das Augenmaß und die Beachtung, die das Genre in den 70er genoss: als gesellschaftkritische Auseinandersetzung mit momentanen Geschehnissen in der Welt. Die 70er Jahre-Filme nahmen die "Jetzt"-Zeit und verarbeiteten sie in diesem speziellen Genre, wie z.B. „Soylent Green“, „Der Omega Mann“ oder „Westworld. Die 80er waren eine Reflektion der Zeit, aber nur in einigen Filmen geschah eine Auseinandersetzung. "Matrix" war der wirklich letzte große Film, der einen intelligenten Touch in das Genre brachte. Dann kamen einige Lichtblicke wie "Children of Men" und "Starship Troopers". Blomkamp brachte etwas altes Neues in das Genre. Und ich hoffe er bleibt dabei. Auch wenn "Elysium" eine eindeutige politische Richtung einschlägt, so kann man ihn als linken SF-Film bezeichnen (allerdings mit Einschränkungen, dass die rechte Fraktion mit der Waffengewalt auch befriedigt wird). Nur wird hier an einigen Stellen zu sehr Schwarzmalerei getrieben. Die Grenzen sind manchmal doch komplizierter, aber nichts destotrotz entwirft hier Blomkamp ein exzellentes Bild der heutigen Gesellschaft verlagert einige Jahre in die Zukunft (und seien wir mal ehrlich; so weit weg ist das hier Gezeigte nicht).

 

War "District 9" noch in seiner subtilen Art besser gemacht (hier geht man doch ab und an mit der gesellschaftlichen Brechstange vor), so bietet der Film doch endlich wieder einen SF-Film der maßentauglich eine Message transportiert. Und zum Schluss ruft er sogar zur Quasi-Revolution auf. Nebenbei bietet der Film eine absolut klasse Optik, eine gute, weil durchaus bodenständig inszenierte Action, ganz klar definierte Helden und Schurken (allen voran der grandiose Sharlto Copley!) und seine Schauwerte, die so noch nicht zu sehen waren. Alles in allem: Sehr guter SF-Film, der allerdings nicht an "District 9" herankommt.